EU

Der EU-Haushalt: Einnahmen, Ausgaben und Nettozahler

Veröffentlicht im Oktober 2026

Der Haushalt der Europäischen Union finanziert vor allem Regionalförderung, Agrarpolitik und Forschung. Für 2026 haben Rat und Europäisches Parlament Verpflichtungen von 192,8 Milliarden Euro und Zahlungen von 190,1 Milliarden Euro beschlossen. Wie der Haushalt geplant wird, woher die Einnahmen stammen und wer unter dem Strich mehr einzahlt, als er zurückbekommt, zeigt dieser Überblick mit den jüngsten amtlichen Zahlen (Stand: Oktober 2026).

Sieben Jahre Rahmen, ein Jahr Haushalt

Geplant wird auf zwei Ebenen. Der mehrjährige Finanzrahmen legt für sieben Jahre die Obergrenzen der Ausgaben fest. Für 2021 bis 2027 waren das bei der Verabschiedung im Dezember 2020 insgesamt 1.074,3 Milliarden Euro an Verpflichtungen, gerechnet in Preisen von 2018. Hinzu kam das befristete Aufbauinstrument NextGenerationEU mit 750 Milliarden Euro, ebenfalls in Preisen von 2018. Seither wurde der Rahmen zweimal überarbeitet, im Dezember 2022 und umfassender im Februar 2024.

Innerhalb dieser Grenzen beschließen Rat und Parlament jedes Jahr einen Jahreshaushalt. Für 2026 einigten sich beide am 15. November 2025. Der Rat nahm den Haushalt am 24. November an, das Parlament zwei Tage später mit 419 zu 185 Stimmen bei 53 Enthaltungen. Dass es zwei Summen gibt, hat einen einfachen Grund: Verpflichtungen sind rechtliche Zusagen, die oft über mehrere Jahre ausgezahlt werden, Zahlungen dagegen das Geld, das im jeweiligen Jahr tatsächlich fließt.

Über den nächsten Rahmen wird bereits verhandelt. Am 16. Juli 2025 schlug die Kommission für 2028 bis 2034 fast 2 Billionen Euro vor, im Durchschnitt 1,26 Prozent des Bruttonationaleinkommens der EU. Bezahlt werden soll das auch mit fünf neuen Eigenmitteln, darunter Einnahmen aus dem Emissionshandel (rund 9,6 Milliarden Euro im Jahr), Mittel auf Basis von Elektroschrott (rund 15 Milliarden Euro) und auf Basis der Tabaksteuer (rund 11,2 Milliarden Euro). Beschlossen ist das nicht: Auf der Kommissionsseite mit Stand März 2026 lag der Vorschlag noch bei den Mitgliedstaaten im Rat, außerdem muss das Parlament zustimmen.

Woher das Geld 2025 kam und wohin es floss

Wie viel tatsächlich eingenommen und ausgegeben wurde, zeigt eine Aufstellung der Kommission nach Jahren und Ländern, die zuletzt am 29. September 2026 aktualisiert wurde. Danach nahm die EU 2025 Eigenmittel von 155,4 Milliarden Euro ein. Der mit Abstand größte Teil, 101,7 Milliarden Euro, stammte aus den Beiträgen der Mitgliedstaaten nach ihrem Bruttonationaleinkommen (BNE). Es folgten Mehrwertsteuer-Eigenmittel mit 23,9 Milliarden Euro, Zölle mit 23,0 Milliarden Euro und die Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffverpackungen mit 6,9 Milliarden Euro. Mit sonstigen Einnahmen, etwa aus Verwaltung, Geldbußen und Kreditoperationen, kam die EU auf 224,4 Milliarden Euro.

Ausgegeben wurden laut derselben Aufstellung 216,4 Milliarden Euro, davon 41,7 Milliarden Euro aus NextGenerationEU. Größte Rubrik war Zusammenhalt, Resilienz und Werte mit 92,3 Milliarden Euro, worunter Regionalförderung und Aufbaumittel fallen. Auf natürliche Ressourcen und Umwelt, vor allem die Agrarpolitik, entfielen 59,6 Milliarden Euro. Für Binnenmarkt, Innovation und Digitales waren es 24,5 Milliarden Euro, davon 13,1 Milliarden für das Forschungsprogramm Horizont Europa. Kleinere Posten waren Nachbarschaft und die Welt (17,2 Milliarden Euro), die europäische Verwaltung (13,8 Milliarden), Migration und Grenzmanagement (3,8 Milliarden) sowie Sicherheit und Verteidigung (1,9 Milliarden Euro).

Einzelnen Ländern zuordnen ließen sich 134,0 Milliarden Euro. Die größten Beträge gingen nach Frankreich (16,4 Milliarden Euro), Italien (13,3 Milliarden), Polen (13,2 Milliarden), Deutschland (12,2 Milliarden) und Belgien (12,0 Milliarden Euro). Bei Belgien entfielen davon 7,1 Milliarden Euro auf die Verwaltungsrubrik; in Brüssel sitzen viele EU-Institutionen.

Nettozahler: eine Frage der Rechnung

Deutschland zahlte 2025 nach der Kommissionsaufstellung Eigenmittel von 34,1 Milliarden Euro, mehr als jedes andere Land. Davon waren 25,0 Milliarden Euro BNE-Beitrag, auf den Deutschland eine Bruttokürzung von rund 2,2 Milliarden Euro erhielt. Zurück flossen 12,2 Milliarden Euro. Die einfache Differenz ist aber keine amtliche Nettoposition. Die Kommission betont, dass sich Ausgaben nur unvollkommen einzelnen Ländern zuordnen lassen und Vorteile der Mitgliedschaft wie der Binnenmarkt darin nicht auftauchen.

Eine eigene Nettorechnung legt die Deutsche Bundesbank vor. Ihre jüngste Auswertung erschien am 9. Oktober 2025, betrifft das Jahr 2024 und bezieht NextGenerationEU ein. Danach zahlte Deutschland rund 18 Milliarden Euro mehr an die europäische Ebene, als es erhielt, etwa 0,4 Prozent seines Bruttonationaleinkommens. Zehn Mitgliedstaaten waren Nettozahler, 17 Nettoempfänger. Spitzenreiter war Deutschland 2024 nicht, weil es deutlich mehr Geld aus NextGenerationEU bekam als in den Vorjahren. Den höchsten Nettozufluss im Verhältnis zur Wirtschaftskraft verzeichnete Lettland mit 3,5 Prozent seines BNE.

Für 2025 gibt es eine solche Rechnung noch nicht: In den bis September 2026 erschienenen Monatsberichten der Bundesbank ist sie nicht enthalten. Wie hoch der deutsche Nettobeitrag für 2025 ausfällt, ist damit offen.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.

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