Der Euroraum: 21 Länder, Inflation und Arbeitslosigkeit im Vergleich
Veröffentlicht im Oktober 2026
Den Euro nutzen inzwischen 21 der 27 EU-Mitgliedstaaten. Sie teilen eine Geldpolitik, die die Europäische Zentralbank (EZB) für alle gemeinsam festlegt, obwohl sich Preise und Arbeitsmärkte von Land zu Land deutlich unterscheiden. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Amts der EU, Eurostat, lag die Inflation im Euroraum im September 2026 bei 3,8 Prozent und die Arbeitslosenquote im August bei 6,4 Prozent (Stand: Oktober 2026).
Wer zum Euroraum gehört
Zum Euroraum zählen Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern. Jüngstes Mitglied ist Bulgarien, das den Euro am 1. Januar 2026 eingeführt hat, zum festen Kurs von 1,95583 Lew je Euro. Seitdem nutzen nach Angaben der EZB rund 358 Millionen Menschen den Euro, und der Gouverneur der bulgarischen Nationalbank sitzt im EZB-Rat.
Sechs EU-Länder zahlen weiter mit eigener Währung. Dänemark hat eine Ausnahme ausgehandelt und darf seine Krone behalten. Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden sind dagegen verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen.
Inflation: Energie treibt die Rate auf 3,8 Prozent
Gemessen wird die Teuerung im Euroraum mit dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Nach der Schnellschätzung von Eurostat vom 2. Oktober 2026 stieg die jährliche Rate im September auf 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Ein Jahr zuvor, im September 2025, hatte sie bei 2,2 Prozent gelegen. Die EZB strebt mittelfristig 2 Prozent an.
Treiber ist vor allem Energie. Sie verteuerte sich binnen eines Jahres um 18,8 Prozent, nach 14,3 Prozent im August. Dienstleistungen kosteten 3,2 Prozent mehr, Lebensmittel, Alkohol und Tabak 1,4 Prozent, Industriegüter ohne Energie 1,1 Prozent. Rechnet man Energie heraus, lag die Rate bei 2,3 Prozent. Ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak waren es 2,5 Prozent, kaum mehr als im August (2,4 Prozent).
Zwischen den Ländern liegen die vorläufigen Werte weit auseinander, von 2,4 Prozent in Malta bis 6,1 Prozent in Litauen. Ebenfalls hoch waren die Raten in Bulgarien (5,6 Prozent), Zypern und Luxemburg (je 5,2), Griechenland (5,1) und Spanien (5,0 Prozent). Am unteren Ende standen neben Malta Finnland (2,6), Lettland (2,9) sowie Estland und die Niederlande (je 3,0 Prozent). Deutschland kam auf 3,3 Prozent, Frankreich auf 3,4 und Italien auf 4,1 Prozent. Wie schnell sich das Bild gedreht hat, zeigen Frankreich und Zypern: Im September 2025 lag die Rate dort bei 1,1 beziehungsweise 0,0 Prozent. In Deutschland stieg sie im selben Zeitraum von 2,3 auf 3,3 Prozent.
Die Septemberwerte sind geschätzt. Die vollständigen Daten will Eurostat am 16. Oktober 2026 veröffentlichen, kleinere Korrekturen sind dann möglich.
Arbeitsmarkt: stabil im Schnitt, gespalten im Detail
Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote des Euroraums lag im August 2026 bei 6,4 Prozent, wie schon im Juli und leicht über den 6,3 Prozent vom August 2025. In der gesamten EU betrug sie 6,1 Prozent. Eurostat schätzt die Zahl der Arbeitslosen im Euroraum auf 11,357 Millionen, in der EU auf 13,600 Millionen. Bei den unter 25-Jährigen lag die Quote im Euroraum bei 15,0 Prozent.
Auch hier klaffen die Werte auseinander. Am höchsten war die Arbeitslosigkeit unter den Euroländern in Finnland (10,3 Prozent) und Spanien (10,0 Prozent), gefolgt von Frankreich (8,2), Estland (8,0) und Griechenland (7,4 Prozent). Am niedrigsten lag sie in Malta und Slowenien mit je 3,4 Prozent, in Bulgarien mit 3,5 sowie in Deutschland und den Niederlanden mit je 4,0 Prozent. Italien meldete 6,2, Österreich 6,7 Prozent.
Die Richtung ist nicht überall gleich. Griechenland senkte seine Quote binnen eines Jahres von 8,8 auf 7,4 Prozent, Spanien von 10,5 auf 10,0 Prozent. In Deutschland stieg sie dagegen von 3,8 auf 4,0 Prozent, in Österreich von 6,0 auf 6,7 Prozent.
Die EZB setzt dennoch einen Leitzins für alle 21 Länder. Derselbe Zins trifft damit in Malta mit 2,4 Prozent Inflation auf eine andere Lage als in Litauen mit 6,1 Prozent.
Quellen
- Eurostat: Euro area annual inflation up to 3.8% (Schnellschätzung, 02.10.2026), abgerufen am 14.10.2026
- Eurostat: Euro area unemployment at 6.4% (01.10.2026), abgerufen am 14.10.2026
- Europäische Zentralbank: Bulgaria introduces the euro (01.01.2026), abgerufen am 14.10.2026
- Europäische Union: Countries using the euro, abgerufen am 14.10.2026
- Europäische Zentralbank: Geldpolitische Strategie, abgerufen am 14.10.2026
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