Finanzen

ASML meldet Rekordquartal: KI-Nachfrage übersteigt die Kapazität

Veröffentlicht im Oktober 2026

Der niederländische Chipausrüster ASML hat am 14. Oktober 2026 seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt und dabei neue Bestmarken gemeldet. Das Unternehmen aus dem südniederländischen Veldhoven kam von Juli bis September auf einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 5,0 Milliarden Euro. Getragen wird das Geschäft vor allem von der Nachfrage nach Anlagen für Chips, die in Rechenzentren für künstliche Intelligenz arbeiten.

Nachfrage größer als die Fertigung

ASML liefert die Maschinen, mit denen die modernsten Halbleiter belichtet werden. Bei der besonders feinen EUV-Technik hat der Konzern keine ernsthafte Konkurrenz, und genau dort stößt er inzwischen an seine Grenzen. Nach eigenen Angaben übersteigt die Nachfrage die eingeplante EUV-Kapazität bis einschließlich 2028. Wer heute bestellt, muss nach Branchenberichten mit einer Auslieferung erst ab 2029 rechnen. Eine einzelne dieser Anlagen kostet mehrere Hundert Millionen Euro, ihre Fertigung dauert viele Monate und lässt sich nicht beliebig hochfahren.

Die Bruttomarge lag im Quartal bei gut 57 Prozent, der Gewinn fiel spürbar höher aus als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr 2026 hob ASML seine Erwartung an und stellt nun einen Umsatz zwischen 44 und 45 Milliarden Euro in Aussicht. Ein erheblicher Teil des Geschäfts hängt weiter an China. Zuletzt stammte dort knapp ein Viertel der Systemumsätze, auch wenn westliche Ausfuhrregeln die modernsten Geräte ausschließen. Wie stark der Außenhandel für beide Seiten zählt, zeigt unser Überblick zu China als Handelspartner.

Aktie trotz Rekorden unter Druck

An der Börse sorgten die guten Zahlen trotzdem für Zurückhaltung. Mehrere Analysten verwiesen darauf, dass im Kurs bereits sehr hohe Erwartungen an den KI-Ausbau stecken. Dann genügen kleine Zweifel, um den Lauf einer Aktie zu bremsen. Für die gesamte Halbleiterbranche gilt ASML ohnehin als Frühindikator. Solange die Chiphersteller volle Auftragsbücher melden, bestellen sie neue Belichtungsanlagen. Lässt der Boom nach, trifft das den Ausrüster erst mit Verzögerung, weil zwischen Bestellung und Auslieferung Jahre liegen.

Vorerst bleibt das Bild eindeutig. Die Kapazität ist für Jahre ausverkauft, und die Kunden planen ihre Werke bereits weit in das kommende Jahrzehnt hinein. Offen ist allein, wie lange die Investitionen in künstliche Intelligenz dieses Tempo halten. Stand: Oktober 2026.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.

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