EU-Kommission will Methan-Vorgaben für Öl- und Gasimporte verschieben
Veröffentlicht im Oktober 2026
Die Europäische Kommission hat Mitte Oktober 2026 vorgeschlagen, zentrale Vorgaben der EU-Methanverordnung für Öl- und Gasimporte um ein Jahr zu verschieben. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte den Aufschub Anfang Oktober angekündigt, nun legte die Behörde in Brüssel den förmlichen Entwurf nach. Methan ist nach Kohlendioxid einer der wichtigsten Treiber der Erderwärmung.
Mehr Zeit für Importeure
Die Verordnung aus dem Jahr 2024 verpflichtet Importeure, Angaben zu den Methanemissionen der eingeführten Energieträger zu machen und diese zu überwachen. Genau diese Pflichten sollen später greifen als bisher vorgesehen. Die Kommission begründet den Schritt mit dem hohen Verwaltungsaufwand und der Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem soll Handelspartnern mehr Zeit bleiben, die Anforderungen zu erfüllen. Im Hintergrund steht auch, dass die EU verstärkt Flüssigerdgas aus den USA bezieht.
Wie ein solcher Vorschlag in der EU zustande kommt und wer am Ende mitentscheidet, erklärt unser Beitrag dazu, wie die EU entscheidet. Der Entwurf der Kommission ist nämlich erst der Anfang. Zustimmen müssen noch das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten im Rat, und beide können Änderungen verlangen.
Kritik von Umweltseite
Umweltverbände und Teile der Wissenschaft kritisieren die Verschiebung. Sie warnen davor, den Klimaschutz im Energiebereich weiter aufzuweichen, zumal Methan über kürzere Zeiträume deutlich stärker wirkt als Kohlendioxid. Befürworter des Aufschubs halten dagegen, dass die Regeln ohne praktikable Datengrundlage kaum durchsetzbar seien und die Versorgung nicht gefährdet werden dürfe. Die Verordnung selbst bleibt bestehen, verschoben wird vor allem der Zeitpunkt, zu dem die strengeren Importpflichten greifen. Wie lange sich der Streit zieht, hängt nun vom weiteren Gang durch Parlament und Rat ab. Stand: Oktober 2026.
Quellen
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