Was die Inflationsrate misst – und was sie nicht zeigt
Veröffentlicht im Oktober 2026
Wenn das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate meldet, steckt dahinter ein fester Rechenweg. Gemessen wird, wie sich die Preise eines Warenkorbs verändern, der den Konsum eines durchschnittlichen Haushalts abbilden soll. Darin stecken Miete, Lebensmittel, Energie, Kleidung, Verkehr, Freizeit und vieles mehr – jeweils mit einem Gewicht, das sich daran orientiert, wie viel Haushalte dafür ausgeben.
Der Warenkorb
Die einzelnen Preise werden Monat für Monat erhoben und mit dem Vorjahr verglichen. Weil Energie und Lebensmittel stark schwanken, schaut man zusätzlich auf die sogenannte Kernrate, die diese beiden Gruppen ausklammert. So lässt sich besser erkennen, ob der Preisauftrieb breit angelegt ist oder nur an einzelnen Posten hängt.
Warum die eigene Rate abweicht
Die amtliche Rate ist ein Durchschnitt. Wer ein Auto mit hohem Verbrauch fährt, viel heizt oder gerade eine neue Wohnung sucht, spürt Preissteigerungen anders als jemand mit ganz anderem Konsum. Die persönliche Teuerung kann deshalb deutlich über oder unter dem veröffentlichten Wert liegen.
Wozu die Zahl dient
Für die Geldpolitik ist die Inflation eine zentrale Größe. Die Europäische Zentralbank strebt für den Euroraum mittelfristig eine Rate von zwei Prozent an und richtet ihre Zinsentscheidungen auch danach aus. Die Zahl ist also kein Selbstzweck, sondern Grundlage für Entscheidungen, die am Ende wieder jeden betreffen.
Quellen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.