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Olympia 2036: München trifft beim IOC auf sechs Mitbewerber

Veröffentlicht im Oktober 2026

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am 6. Oktober 2026 bekannt gegeben, mit welchen Ländern es über die Olympischen Sommerspiele 2036 im Gespräch ist. Neben Deutschland mit München sind das Indien, Katar, Südafrika, Südkorea, die Türkei und Ungarn. Weitere Interessenten können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 melden. Stand: Oktober 2026.

Wie München zum deutschen Kandidaten wurde

Am Anfang stand ein Bürgerentscheid. Am 26. Oktober 2025 stimmten in München 66,4 % für eine Bewerbung und 33,6 % dagegen. Die Beteiligung lag bei 42,0 %, so hoch wie bei keinem Münchner Bürgerentscheid zuvor. Erstmals hatten alle Stimmberechtigten die Unterlagen per Post bekommen.

Zwischen den deutschen Konzepten entschied knapp ein Jahr später der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Stimmberechtigt waren unter anderem 42 olympische Spitzenverbände mit je drei Stimmen, insgesamt wurden 141 Stimmen vergeben. Die außerordentliche Mitgliederversammlung stimmte am 26. September 2026 in Baden-Baden mit 91 zu 50 Stimmen für München und gegen Köln-Rhein-Ruhr. In der vorherigen Bewertung lagen beide nah beieinander: München kam auf 87,03 Punkte, Köln-Rhein-Ruhr auf 85,02, beide mit der Note sehr gut. Berlin, das 74,64 Punkte erreicht hatte, zog seine Bewerbung am 24. September zurück. München bewirbt sich offiziell für 2036, 2040 oder 2044.

Die Konkurrenz

Mehrere Mitbewerber haben noch nie Olympische Spiele ausgerichtet. Indien bewirbt sich laut Al Jazeera erstmals, mit Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat als Zentrum; die Stadt richtet 2030 die Commonwealth Games aus. Südafrika war trotz anderer großer Sportereignisse noch nie Olympia-Gastgeber. Katar hat 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Wegen der großen Hitze müssten Spiele am Golf zeitlich angepasst werden. Zu den Plänen Südkoreas, der Türkei und Ungarns enthalten die ausgewerteten Berichte keine näheren Angaben.

Wie das IOC weiter vorgeht

Die Vergabe läuft in Stufen. Im November sollen alle Kandidaten ihre Pläne der Auswahlkommission des IOC vorstellen. Im März 2027 entscheidet die IOC-Exekutive, mit wem sie in einen strategischen Dialog geht. Für 2028 ist die Benennung bevorzugter Gastgeber vorgesehen, laut dpa im Dezember. Die endgültige Vergabe soll Mitte 2029 fallen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betonte laut Al Jazeera, die Athletinnen und Athleten müssten im Mittelpunkt stehen. Ausgangspunkt jeder Planung sei, ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten.

Kosten und Umfeld

Die Münchner Bewerber beziffern die Gesamtkosten laut einem dpa-Bericht auf rund zehn Milliarden Euro. Fünf Milliarden davon sollen nach eigenen Angaben vor allem über Ticketeinnahmen gedeckt werden, der Rest entfällt auf Infrastrukturprojekte. Wie belastbar diese frühe Schätzung ist, lässt sich derzeit nicht beurteilen. In den nächsten Phasen dürfte es vor allem darum gehen, welche Ausgaben ohnehin geplant wären und welche nur wegen der Spiele anfallen.

Parallel baut der Bund die Förderung des Spitzensports um. Der Bundestag hat am 10. Juli 2026 das Sportfördergesetz mit 518 zu 43 Stimmen beschlossen. Die damit geschaffene Spitzensport-Agentur mit Sitz in Leipzig soll laut Bundesregierung 2027 ihre Arbeit aufnehmen. Wie sich die wirtschaftliche Bedeutung des Sports in Zahlen fassen lässt, zeigt am Beispiel des Profifußballs der Beitrag Wirtschaftsfaktor Fußball: der DFL-Report.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.

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