Wirtschaftsfaktor Bundesliga: Was der DFL-Report zur Saison 2024/25 zeigt
Veröffentlicht im Oktober 2026
Die 36 Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga haben in der Saison 2024/25 zusammen 6,33 Milliarden Euro umgesetzt. Das steht im Wirtschaftsreport, den die DFL Deutsche Fußball Liga am 26. Januar 2026 vorgestellt hat. Erstmals liegt der Wert über sechs Milliarden Euro, 461,2 Millionen Euro oder 7,9 Prozent mehr als in der Vorsaison. Es ist der aktuelle Report; Zahlen zur Saison 2025/26 hat die DFL noch nicht veröffentlicht.
Rund 81 Prozent davon entfallen auf die erste Liga: 5,12 Milliarden Euro, ein Plus von 6,7 Prozent. Die 2. Bundesliga kam auf 1,21 Milliarden Euro und wuchs mit 13,1 Prozent deutlich schneller. Grundlage sind die Abschlüsse, die die Clubs im Lizenzierungsverfahren einreichen. Alle Zahlen in diesem Beitrag sind Angaben der DFL.
Medienrechte, Sponsoren und Transfers tragen die Liga
Größter Einnahmeposten der 18 Bundesligisten ist die mediale Verwertung, also Geld aus Medienrechten aller Wettbewerbe. Sie brachte 1,70 Milliarden Euro, 33,2 Prozent des Umsatzes und 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Es folgen Werbung mit 1,15 Milliarden Euro (22,4 Prozent) und Transfers mit 872,6 Millionen Euro (17,0 Prozent). Zusammen stehen diese drei Quellen für 72,6 Prozent der Erlöse. Der Spieltag selbst, im Wesentlichen der Ticketverkauf, trug 599 Millionen Euro oder 11,7 Prozent bei. Merchandising lag bei 285 Millionen Euro (5,6 Prozent), sonstige Erlöse bei 517 Millionen Euro (10,1 Prozent).
Am wenigsten berechenbar sind die Transfers. Ihre Erlöse sanken gegenüber der Vorsaison um 132,2 Millionen Euro und waren trotzdem der zweithöchste Wert der Bundesliga-Geschichte. Wie stark sie schwanken, zeigen die Vorjahre: 617,1 Millionen Euro in der Saison 2022/23, gut 1,00 Milliarden Euro in der Saison 2023/24.
Rekordergebnis, aber große Abstände
Die Ausgaben der Bundesligisten stiegen um 4,1 Prozent auf 4,88 Milliarden Euro und damit langsamer als die Einnahmen. Den größten Block bilden die Gehälter für Profispieler und Trainerstäbe. Mit 1,72 Milliarden Euro erreichten sie einen Höchstwert (plus 2,8 Prozent). Weil der Umsatz stärker wuchs, sank die Personalkostenquote um 1,3 Prozentpunkte auf 33,6 Prozent. Für Transfers gaben die Clubs 967,2 Millionen Euro aus.
Unter dem Strich weist die DFL für die Bundesliga ein Gesamtergebnis nach Steuern von 242,1 Millionen Euro aus, das beste der Liga-Geschichte. Der alte Rekord von 206,2 Millionen Euro stammte aus der Saison 2015/16. 13 der 18 Clubs schrieben schwarze Zahlen, im Vorjahr waren es neun. Das EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, war bei allen 18 Clubs positiv und lag zusammen bei 1,07 Milliarden Euro. Das Eigenkapital wuchs bis zum Stichtag 30. Juni 2025 um 290,3 Millionen auf 2,17 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote auf 44,3 Prozent. Beide Ligen zusammen erzielten einen Gewinn von 271,5 Millionen Euro. In der 2. Bundesliga arbeiteten 15 Clubs mit Gewinn. Umgekehrt heißt das: Acht der 36 Profiklubs machten Verlust, fünf in der Bundesliga und drei in der 2. Bundesliga.
Hinter den Summen stehen sehr unterschiedliche Clubs. Die DFL teilt die Bundesligisten nach ihren Gehaltskosten für die Profimannschaft in drei Sechsergruppen. In der obersten lagen diese Kosten jeweils über 99,5 Millionen Euro, in der untersten unter 54,3 Millionen Euro. Die sechs finanzstärksten Clubs nahmen im Schnitt 556,3 Millionen Euro ein, der rechnerische Durchschnittsclub 284,6 Millionen Euro, die Gruppe mit den niedrigsten Gehältern 109,0 Millionen Euro. Ähnlich sieht es nach Tabellenplatz aus: Die Clubs auf den Plätzen eins bis sechs hatten 66 Prozent höhere Erträge als der Durchschnitt. Das ist ein Zusammenhang. Ob Geld sportlichen Erfolg bringt oder Erfolg das Geld, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ablesen.
Steuern, Jobs und Tickets
Über den Sport hinaus nennt die DFL weitere Kennzahlen. Die 36 Clubs führten 1,69 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben ab, 30,9 Millionen Euro mehr als im Vorjahr und so viel wie nie. Rund 73 Prozent davon, 1,24 Milliarden Euro, waren personenbezogene Abgaben wie Lohnsteuer und Sozialversicherung. Die Summe ist ein Mittelabfluss nach Abzug erstatteter Vorsteuer. Insgesamt 64.122 Menschen arbeiteten direkt oder indirekt für die Clubs und ihre Tochtergesellschaften, 2.395 oder 3,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Eine direkte Stelle bei Clubs oder Tochterfirmen hatten 27.714 von ihnen, darunter 9.131 in Vollzeit; die übrigen 36.408 arbeiteten etwa für Sicherheits-, Sanitäts- und Cateringdienste. Verkauft wurden knapp 21 Millionen Tickets, ebenfalls ein Höchstwert.
Laut der ARD-Sportschau nutzt die DFL die Steuerzahlen auch in der Auseinandersetzung darum, wer die Polizeikosten bei Hochrisikospielen trägt. Für die Einordnung der Liga als Wirtschaftszweig bleiben sie trotzdem aussagekräftig, solange klar ist, dass sie von der Liga selbst stammen. Stand: Oktober 2026.
Quellen
- DFL-Wirtschaftsreport 24/25 (Saison 2024/25) (abgerufen am 14.10.2026)
- DFL-Wirtschaftsreport 24/25: Wirtschaftliche Kennzahlen Bundesliga (PDF) (abgerufen am 14.10.2026)
- DFL-Wirtschaftsreport 24/25: Wirtschaftliche Kennzahlen Lizenzfußball (PDF) (abgerufen am 14.10.2026)
- bundesliga.com: Saison 2024/25 – DFL meldet Milliarden-Umsatz-Rekord (abgerufen am 14.10.2026)
- Sportschau: Mehr als sechs Milliarden Euro – DFL vermeldet Rekordumsatz (dpa/sid) (abgerufen am 14.10.2026)
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.