Bundeshaushalt 2026: Volumen, größte Posten, Schulden und Ausblick auf 2027
Veröffentlicht im Oktober 2026
Der Bundestag hat am 28. November 2025 den Bundeshaushalt 2026 beschlossen. Er erlaubt dem Bund in diesem Jahr Ausgaben von 524,54 Milliarden Euro. In namentlicher Abstimmung stimmten 322 Abgeordnete zu, 252 lehnten ab; am 19. Dezember 2025 billigte der Bundesrat das Gesetz. Stand: Oktober 2026. Inzwischen berät das Parlament bereits über den Haushalt 2027.
Der Weg dorthin begann im Juli 2025, als das Kabinett den Entwurf samt Finanzplan bis 2029 beschloss. Er sah Ausgaben von 520,48 Milliarden Euro vor. In der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses am 14. November 2025 lagen über 1.500 Änderungsanträge vor; die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD stimmten dort für den Etat, AfD, Grüne und Linke dagegen. Am Ende lag das Volumen rund 4,1 Milliarden Euro über dem Regierungsentwurf. Für 2025 waren laut Haushaltsausschuss 502,55 Milliarden Euro veranschlagt.
Woher das Geld kommt und wohin es fließt
Laut Bundestag stehen den Ausgaben Steuereinnahmen von 387,21 Milliarden Euro und sonstige Einnahmen von 39,36 Milliarden Euro gegenüber. Den Rest von knapp 98 Milliarden Euro deckt der Bund mit neuen Krediten, das ist fast ein Fünftel der Ausgaben. Hinzu kommen Verpflichtungsermächtigungen von 449,91 Milliarden Euro, also Zusagen, die erst in späteren Jahren zu Ausgaben führen. Für Investitionen weist der Kernhaushalt 58,35 Milliarden Euro aus, nach 62,73 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Mit Abstand größter Einzelplan ist Arbeit und Soziales mit 197,34 Milliarden Euro (2025: 190,34 Milliarden Euro). Es folgt die Verteidigung mit 82,69 Milliarden Euro; für 2025 nennt der Bundestag 62,3, die Bundesregierung 62,4 Milliarden Euro. Für die Bundeswehr kommen 2026 rund 25,5 Milliarden Euro aus dem 2022 beschlossenen Sondervermögen hinzu, für Militärhilfe an die Ukraine sind rund 11,5 Milliarden Euro vorgesehen. Drittgrößter Etat ist Verkehr mit 27,90 Milliarden Euro (2025: 38,29 Milliarden Euro). Der Rückgang erklärt sich laut Bundestag zum Teil dadurch, dass Titel in das neue Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung verschoben wurden, das 1,36 Milliarden Euro erhält.
Ein großer Teil der Investitionen läuft nicht über den Kernhaushalt. Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität stellt über zwölf Jahre einen Kreditrahmen von 500 Milliarden Euro bereit. Einschließlich dieses Topfes und des Klima- und Transformationsfonds beziffert die Bundesregierung die Investitionen des Bundes 2026 auf über 128 Milliarden Euro.
Schulden: Regel, Ausnahme und Sondervermögen
Die Schuldenregel des Grundgesetzes begrenzt die Kreditaufnahme. Seit einer Grundgesetzänderung im März 2025 fallen Ausgaben für Verteidigung und bestimmte sicherheitspolitische Zwecke, soweit sie ein Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts des Vorjahres übersteigen, nicht mehr darunter. Von den knapp 98 Milliarden Euro neuer Kredite im Kernhaushalt entfallen deshalb 57,57 Milliarden Euro auf diese Bereichsausnahme. Die übrigen 40,39 Milliarden Euro zählen für die Schuldenregel und schöpfen die zulässige Obergrenze nach Angaben des Bundestages genau aus.
Ebenfalls außerhalb der Schuldenregel stehen die Kredite der Sondervermögen: 25,51 Milliarden Euro für die Bundeswehr und 58,07 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaneutralität. Zusammen mit dem Kernhaushalt kommt man so auf rund 181,5 Milliarden Euro; die Bundesregierung spricht von einer Neuverschuldung von etwa 180 Milliarden Euro im Jahr 2026. Zum Vergleich der Schuldenstand: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war der Bund Ende 2025 mit 1.840,4 Milliarden Euro beim nicht-öffentlichen Bereich verschuldet, 6,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung kamen zusammen auf 2.662,2 Milliarden Euro, das entspricht 31.887 Euro je Einwohnerin und Einwohner.
Ausblick: der Haushalt 2027
Den Entwurf für 2027 hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) am 8. September 2026 im Bundestag eingebracht. Er sieht Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro vor, 30,9 Milliarden Euro mehr als 2026. Die Nettokreditaufnahme des Kernhaushalts soll auf 118,7 Milliarden Euro steigen: 33,4 Milliarden Euro im Rahmen der Schuldenregel, 85,4 Milliarden Euro über die Bereichsausnahme. Das Sondervermögen Infrastruktur soll weitere rund 54,9 Milliarden Euro Kredite aufnehmen. Die Zinsausgaben im Kernhaushalt sind für 2027 mit rund 41,9 Milliarden Euro veranschlagt und sollen bis 2030 auf 80,7 Milliarden Euro steigen. Am 11. September 2026 wurde der Entwurf an den Haushaltsausschuss überwiesen. Die Bereinigungssitzung ist für den 12. November geplant, die Schlussabstimmung im Bundestag für den 27. November 2026.
Quellen
- Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt Ausgaben von 524,54 Milliarden Euro für 2026 (abgerufen am 14.10.2026)
- Bundesregierung: Bundeshaushalt 2026 (abgerufen am 14.10.2026)
- Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung vom 29. Juli 2026 zum öffentlichen Schuldenstand 2025 (abgerufen am 14.10.2026)
- Deutscher Bundestag: Klingbeil stellt Haushaltsentwurf für 2027 vor, 08.09.2026 (abgerufen am 14.10.2026)
- Deutscher Bundestag: Der Weg zum Bundeshaushalt 2027 (abgerufen am 14.10.2026)
- Deutscher Bundestag: Haushaltsentwurf 2027 und Finanzplan 2026 bis 2030 überwiesen (abgerufen am 14.10.2026)
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