Politik

So setzt sich der 21. Deutsche Bundestag zusammen

Veröffentlicht im Oktober 2026

Im 21. Deutschen Bundestag sitzen 630 Abgeordnete in fünf Fraktionen, drei von ihnen gehören keiner Fraktion an. So weist es die Sitzverteilung auf bundestag.de mit Stand 14. Oktober 2026 aus. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD kommt damit auf 328 Sitze. Wie sich das Bild seit der Wahl verändert hat und welche Mehrheiten daraus folgen, zeigt dieser Überblick. Stand: Oktober 2026.

Von der Wahl 2025 zur heutigen Sitzverteilung

Gewählt wurde der 21. Bundestag am 23. Februar 2025. Mit 630 Mitgliedern ist er deutlich kleiner als sein Vorgänger, der zuletzt 733 Abgeordnete zählte. Grund ist ein im Juni 2023 in Kraft getretenes Wahlrecht, das die Zahl der Sitze gesetzlich auf 630 begrenzt. Weil Wahlkreissieger nur noch einen Sitz erhalten, wenn ihre Partei genügend Zweitstimmen hat, gingen nach Angaben des Bundestages 23 Gewinnerinnen und Gewinner von Wahlkreisen leer aus. FDP (4,3 Prozent) und BSW (4,97 Prozent) scheiterten an der Fünfprozenthürde.

Nach dem Wahlergebnis verteilten sich die Sitze so: CDU/CSU 208 (CDU 164, CSU 44), AfD 152, SPD 120, Bündnis 90/Die Grünen 85, Die Linke 64. Hinzu kam ein Sitz für den Südschleswigschen Wählerverband (SSW). Als Partei der dänischen und friesischen Minderheit ist er von der Fünfprozenthürde befreit. Eine Fraktion bildet sein Abgeordneter nicht, denn dafür sind nach § 10 der Geschäftsordnung mindestens fünf Prozent der Mitglieder nötig.

Seitdem hat sich das Bild leicht verschoben. Laut den Sitzplandaten des Bundestages, abgerufen am 14. Oktober 2026, ergibt sich:

  • CDU/CSU: 208 Sitze
  • AfD: 150 Sitze
  • SPD: 120 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: 85 Sitze
  • Die Linke: 64 Sitze
  • fraktionslos: 3 Abgeordnete (Stefan Seidler, Sieghard Knodel, Jan Wenzel Schmidt)

Die AfD-Fraktion ist also um zwei Mitglieder kleiner geworden, die Zahl der Fraktionslosen um zwei gestiegen. Möglich ist das, weil Abgeordnete nach Artikel 38 des Grundgesetzes Vertreter des ganzen Volkes und nicht an Aufträge gebunden sind. Wer eine Fraktion verlässt, behält sein Mandat.

Welche Mehrheiten die Koalition hat

Getragen wird die Bundesregierung von CDU/CSU und SPD. Der Bundestag beziffert ihre Stimmen auf 328, davon 208 aus der Unionsfraktion und 120 aus der SPD. Die Mehrheit der Mitglieder liegt bei 316 Stimmen. Diese Schwelle galt bei der Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler am 6. Mai 2025, und sie zeigte, dass rechnerische Mehrheiten nicht automatisch stehen. Im ersten Wahlgang erhielt Merz 310 Stimmen und war damit nicht gewählt, nach Angaben des Bundestages zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik. Im zweiten Wahlgang am selben Tag kam er auf 325 Stimmen.

Die Mehrheit der Mitglieder braucht der Bundestag auch, um einen Einspruch des Bundesrates gegen ein Gesetz zurückzuweisen. Hat der Bundesrat mit zwei Dritteln seiner Stimmen widersprochen, ist eine Zweidrittelmehrheit nötig (Artikel 77 Grundgesetz). Für eine Änderung des Grundgesetzes verlangt Artikel 79 zwei Drittel der Mitglieder des Bundestages, also mindestens 420 der 630 Stimmen, und zusätzlich zwei Drittel der Stimmen im Bundesrat. Die Koalition liegt 92 Stimmen darunter und ist für Verfassungsänderungen auf die Opposition angewiesen. Größte Oppositionsfraktion ist die AfD mit 150 Sitzen, gefolgt von den Grünen mit 85 und der Linken mit 64.

Warum die Fraktionsgröße zählt

Fraktionen sind nach der Geschäftsordnung Zusammenschlüsse von mindestens fünf Prozent der Abgeordneten, in der Regel derselben Partei. Nach ihrer Stärke richtet sich, wie der Ältestenrat und die Ausschüsse besetzt und wie die Ausschussvorsitze verteilt werden (§ 12). Gesetzentwürfe aus der Mitte des Bundestages muss eine Fraktion oder müssen fünf Prozent der Mitglieder unterzeichnen (§ 76). Fraktionslose behalten ihr Stimmrecht im Plenum, diese Instrumente stehen ihnen allein aber nicht zur Verfügung.

Die Zahlen sind eine Momentaufnahme. Austritte, Wechsel oder Nachrückende können die Verteilung jederzeit verändern; maßgeblich ist die aktuelle Übersicht des Bundestages.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.

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