Chinas Exporte steigen im September um 36,3 %, EU drängt auf Ausgleich
Veröffentlicht im Oktober 2026
Chinas Exporte sind im September 2026 um 36,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das geht aus Daten der chinesischen Zollbehörde hervor, über die die Nachrichtenagentur AP am 13. Oktober berichtete. Ein stärkeres Plus gab es zuletzt im Februar 2026; im August waren es 25 %. Die Importe legten um 31 % zu, nach 28,2 % im August. Stand: Oktober 2026. Zur Rolle Chinas für die deutsche Wirtschaft siehe den Beitrag China als Handelspartner Deutschlands.
Chips, Computer und Autos ziehen an
Der Handelsüberschuss wuchs im September auf 133,5 Milliarden US-Dollar, nach 119,1 Milliarden im August. Von Januar bis September summierte er sich auf 938 Milliarden Dollar. Besonders stark stiegen die Ausfuhren von Halbleitern mit 108,1 %, von Datenverarbeitungsgeräten und Teilen mit 54,6 % und von Autos mit 54,3 %, getragen von Elektro- und Hybridfahrzeugen.
Wie groß der Sprung ist, zeigt eine Rechnung. Im September 2025 hatte China Waren für 328,8 Milliarden Dollar exportiert, damals ein Plus von 8,3 %. Ein Anstieg um 36,3 % ergibt daraus rund 448 Milliarden Dollar (eigene Rechnung: 328,8 mal 1,363). Schon im August lagen die Ausfuhren bei 401,4 Milliarden Dollar. Als wichtigster Treiber gilt der weltweite Ausbau von KI-Infrastruktur. Laut Trading Economics kam im August mehr als die Hälfte des Exportwachstums aus Hochtechnologie. Max Zenglein vom Conference Board warnte laut AP, eine Abkühlung des KI-Investitionszyklus könne Chinas Exporte stärker bremsen als Handelsbeschränkungen.
Nach Zielregionen aufgeschlüsselte Zahlen für September lagen in den ausgewerteten Quellen noch nicht vor. Für August zeigen die Zolldaten ein deutliches Gefälle: Die Ausfuhren in die USA stiegen um 34,4 %, in die ASEAN-Staaten um 30,2 %, in die EU dagegen nur um 6,6 %, so langsam wie seit zehn Monaten nicht. Ob sich das im September fortgesetzt hat, zeigen erst die Detaildaten.
EU und China: erste Vereinbarungen in Peking
Die Zahlen fallen in eine Phase intensiver Verhandlungen. Das Handelsdefizit der EU mit China liegt laut Euronews bei rund einer Milliarde Euro pro Tag; AP nennt mehr als 1,1 Milliarden Dollar täglich. Ende Juni hatten EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und Chinas Handelsminister Wang Wentao in Brüssel vereinbart, bis Oktober greifbare Ergebnisse zu erzielen.
Beim zweiten Treffen der Handels- und Investitionskonsultationen Anfang Oktober in Peking einigten sich beide Seiten nach Darstellung der EU auf drei Kernpunkte:
- Hybridautos: China soll die Ausfuhr von Hybrid- und Plug-in-Hybridautos in die EU drosseln. Laut EU könnten diese Exporte über vier Jahre um mehr als die Hälfte sinken.
- Zölle: China senkt seine Meistbegünstigungszölle für bestimmte EU-Waren, darunter Autoteile, Olivenöl und Schuhe. Betroffen sind Exporte im Wert von rund 4 Milliarden Euro, die Zollersparnis soll mindestens 225 Millionen Euro betragen.
- Seltene Erden: Die beschleunigten Ausfuhrgenehmigungen für Seltene Erden und Permanentmagnete sollen weiterlaufen und reibungsloser werden.
Šefčovič sprach von einem entscheidenden ersten Schritt, aber eben nur einem ersten. Bis Januar 2027 wollen er und Wang erneut zusammenkommen, im März 2027 folgt das dritte reguläre Treffen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen soll die Ergebnisse beim Europäischen Rat am 15. und 16. Oktober bewerten.
Einordnung
Gemessen am Ungleichgewicht sind die Zollsenkungen klein. Die begünstigten EU-Exporte von rund 4 Milliarden Euro entsprechen ungefähr vier Tagen Handelsdefizit. Mehr Gewicht könnten die Begrenzung bei Hybridautos und die Erleichterungen bei Seltenen Erden haben. Wie verbindlich beides umgesetzt wird, ist offen.
Quellen
- AP: China's exports surge 36.3% in September as pressure ramps up to rebalance trade (13./14.10.2026)
- Anadolu Agency: China's exports, imports up above expectations in September (Zolldaten September 2025)
- Trading Economics: China's Exports Accelerate on Strong AI-Driven Demand (Zolldaten August 2026)
- Pressestatement von Kommissar Šefčovič zu den EU-China-Handelskonsultationen (in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission veröffentlicht)
- Geopolitechs: EU's readout on the second China-EU Trade Talk (09.10.2026)
- Euronews: EU sets October deadline to get tangible results with China (29.06.2026)
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