US-Wirtschaft in Zahlen: Wachstum, Arbeitsmarkt und Inflation
Veröffentlicht im Oktober 2026
Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 mit einer Jahresrate von 2,2 Prozent gewachsen, die Arbeitslosenquote lag im September bei 4,2 Prozent und die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,7 Prozent zum Vorjahr. Das sind die jüngsten Werte der beiden amtlichen Datenlieferanten: des Bureau of Economic Analysis (BEA), das das Bruttoinlandsprodukt berechnet, und des Bureau of Labor Statistics (BLS), das Arbeitsmarktbericht und Verbraucherpreisindex herausgibt (Stand: Oktober 2026).
Wachstum: Warum US-Raten höher wirken
Laut dritter Schätzung des BEA vom 30. September 2026 nahm das reale BIP im zweiten Quartal (April bis Juni) mit einer Jahresrate von 2,2 Prozent zu. Gegenüber der zweiten Schätzung ist das ein Plus von 0,7 Prozentpunkten, vor allem weil Investitionen, Konsum und Staatsausgaben höher ausfielen als zunächst erfasst. Getragen wurde das Wachstum von Konsumausgaben, Investitionen und Exporten; die Importe stiegen ebenfalls und werden bei der Berechnung abgezogen. Das erste Quartal 2026 setzt das BEA nach Revision mit 2,5 Prozent an. Das reale Bruttoinlandseinkommen, die Einkommensseite derselben Rechnung, wuchs im zweiten Quartal um 2,6 Prozent.
Beim Vergleich mit Deutschland ist Vorsicht geboten. Das BEA gibt Quartalswerte als Jahresrate an, rechnet die Veränderung eines Quartals also so hoch, als würde sie ein ganzes Jahr anhalten. Das Statistische Bundesamt meldet dagegen die Veränderung zum Vorquartal, für das zweite Quartal 2026 ein Plus von 0,2 Prozent. Hochgerechnet auf ein Jahr entspräche das rund 0,8 Prozent.
Hinzu kommen Revisionen. Jedes Quartal erscheint in drei Schritten, und die Werte können sich dabei deutlich verschieben. Für das vierte Quartal 2025 meldete das BEA zunächst 1,4 Prozent, in der dritten Schätzung vom 9. April 2026 nur noch 0,5 Prozent. Den Stillstand der US-Bundesverwaltung im Oktober und November 2025 beziffert das BEA dabei auf etwa einen Prozentpunkt weniger Wachstum. Für das ganze Jahr 2025 stehen 2,1 Prozent zu Buche. Die erste Schätzung für das dritte Quartal 2026 kündigt das BEA für den 29. Oktober an.
Arbeitsmarkt: kaum neue Stellen
Der Arbeitsmarktbericht des BLS vom 2. Oktober 2026 zeigt für September eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Seit März bewegt sie sich laut BLS in einer engen Spanne zwischen 4,1 und 4,3 Prozent. Arbeitslos waren 7,1 Millionen Menschen, 1,9 Millionen davon seit 27 Wochen oder länger. Die Erwerbsquote lag bei 61,8 Prozent, die Beschäftigungsquote bei 59,2 Prozent.
Schwach ist vor allem der Stellenaufbau. Außerhalb der Landwirtschaft kamen im September nur 29.000 Stellen hinzu. Zugleich korrigierte das BLS die Vormonate nach unten: den Juli von plus 21.000 auf minus 10.000, den August von plus 162.000 auf plus 133.000. Quote und Stellenzahl messen übrigens Verschiedenes: Die Quote stammt aus einer Haushaltsbefragung, die Stellenzahl aus einer Befragung von Betrieben. Die durchschnittlichen Stundenlöhne in der Privatwirtschaft stiegen im September um 5 Cent auf 37,81 US-Dollar, binnen zwölf Monaten um 3,0 Prozent.
Inflation: Benzin treibt die Preise
Die Verbraucherpreise lagen im September 2026 um 3,7 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das BLS am 14. Oktober 2026 mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Monaten; im Juli und August hatte die Jahresrate noch bei 3,4 Prozent gelegen. Gegenüber August stieg der saisonbereinigte Index um 0,6 Prozent. Ohne Nahrungsmittel und Energie betrug die Jahresrate 2,6 Prozent, nach 2,4 Prozent im August. Die Beschleunigung geht damit vor allem auf die Energiepreise zurück.
Schon im August war die Teuerung stark von der Energie getrieben: Energie kostete 16,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Benzin allein 27,4 Prozent, und der Benzinpreis erklärte laut BLS mehr als ein Drittel des damaligen Monatsanstiegs. Die Septemberzahlen bestätigen diesen Trend. Einen zweiten Preisindex ermittelt das BEA im Rahmen der BIP-Rechnung.
Dieser PCE-Index, der Index der privaten Konsumausgaben, Er stieg im zweiten Quartal mit einer Jahresrate von 5,0 Prozent, ohne Nahrungsmittel und Energie um 3,3 Prozent. Auch das sind hochgerechnete Quartalsraten, die sich nicht mit der Vorjahresrate des CPI gleichsetzen lassen.
Quellen
- BEA: GDP (Third Estimate), 2nd Quarter 2026 (30.09.2026), abgerufen am 14.10.2026
- BEA: GDP (Third Estimate), 4th Quarter and Year 2025 (09.04.2026), abgerufen am 14.10.2026
- BEA: Gross Domestic Product, abgerufen am 14.10.2026
- BLS: The Employment Situation – September 2026 (02.10.2026), abgerufen am 14.10.2026
- BLS: Consumer Price Index – September 2026 (14.10.2026), abgerufen am 14.10.2026
- Trading Economics: United States Inflation Rate (September 2026), abgerufen am 14.10.2026
- Statistisches Bundesamt: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Inlandsprodukt, abgerufen am 14.10.2026
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