US-Großbanken legen Zahlen vor: JPMorgan verfehlt, Goldman glänzt
Veröffentlicht im Oktober 2026
Mit den Quartalszahlen der großen Wall-Street-Banken hat am 13. Oktober 2026 die US-Bilanzsaison begonnen. JPMorgan Chase, die größte Bank des Landes, verfehlte trotz steigender Gewinne die Erwartungen der Analysten. Goldman Sachs übertraf sie dagegen deutlich. Beide Häuser profitierten vom lebhaften Handel an den Finanzmärkten, gingen aber mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen aus dem Sommerquartal.
JPMorgan: Gewinnplus und trotzdem ein Dämpfer
JPMorgan verdiente im dritten Quartal 15,3 Milliarden US-Dollar, rund sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Erträge legten um acht Prozent auf 50,2 Milliarden Dollar zu. Je Aktie standen 5,57 Dollar zu Buche. Das lag unter dem, was der Markt mit knapp 5,90 Dollar erwartet hatte. Nachrichtenagenturen sprachen von einem seltenen Fehlschlag, weil das Geschäft mit Fusionen und der Anleihehandel an Schwung verloren. Getragen wurde das Quartal vor allem vom Aktienhandel, dessen Erträge um etwa 49 Prozent sprangen.
Der Dämpfer ist bemerkenswert, weil JPMorgan die Erwartungen über Jahre regelmäßig geschlagen hatte. Dass selbst ein Gewinnplus die hohen Prognosen nicht erreichte, zeigt, wie viel Optimismus zuletzt in den Bankaktien steckte.
Goldman Sachs und der Handelsboom
Bei Goldman Sachs fiel die Bilanz glänzend aus. Die Erträge kletterten auf rund 18,68 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie auf 17,01 Dollar. Unter dem Strich legte der Überschuss um etwa 29 Prozent zu und übertraf die Schätzungen klar. Besonders stark lief der Aktienhandel, dessen Erträge um rund 72 Prozent zunahmen. Auch Morgan Stanley meldete nach Angaben des Finanzportals 24/7 Wall St. ein durch den Handel getragenes Quartal über den Erwartungen.
Die Berichte der Großbanken gelten als Stimmungstest für die gesamte US-Wirtschaft, weil sie Einblick in Kreditvergabe, Zahlungsmoral und Anlegerverhalten geben. In den Tagen darauf legen üblicherweise weitere Institute wie Citigroup und Wells Fargo ihre Zahlen vor. Für Anleger zählt dabei weniger die einzelne Kennziffer als das Gesamtbild. Solange die Verbraucher ihre Kredite bedienen und an den Märkten Bewegung herrscht, verdienen die Banken gut.
Hinter den Zahlen steht ein Muster: Schwankungen an den Börsen und reges Handelsvolumen füllen die Kassen der Investmentbanken, während das klassische Beratungs- und Kreditgeschäft uneinheitlich bleibt. Zugleich bleibt der Blick auf die Notenbank gerichtet, denn niedrigere Leitzinsen verbilligen die Refinanzierung, drücken aber die Zinsmargen im Kreditgeschäft. Welche Rolle die Notenbank für dieses Umfeld spielt, lesen Sie in unserem Beitrag zur US-Notenbank Fed; den größeren Rahmen liefert der Überblick zur US-Wirtschaft in Zahlen. Stand: Oktober 2026.
Quellen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.