Fed-Protokoll: Mehrheit hält weitere Zinserhöhung bis Jahresende für angemessen
Veröffentlicht im Oktober 2026
Die US-Notenbank Federal Reserve hat am 7. Oktober 2026 das Protokoll ihrer Sitzung vom 15. und 16. September veröffentlicht. In dieser Sitzung hatte der Offenmarktausschuss (FOMC) die Spanne für den Leitzins einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 % angehoben, die erste Zinserhöhung seit 2023. Aus dem Protokoll geht hervor, dass die meisten Teilnehmer bis Jahresende einen weiteren Schritt für wahrscheinlich angemessen halten. Stand: Oktober 2026.
Warum die Fed die Zinsen anhebt
Der Grund ist die Inflation. Nach den im Protokoll genannten Zahlen stieg die Teuerung nach dem PCE-Preisindex, dem bevorzugten Maß der Fed, im August auf 3,8 %. Ohne Energie und Nahrungsmittel lag sie unverändert bei 3,4 %. Das Ziel der Notenbank sind 2 %. Die Teilnehmer hielten fest, dass die Inflation erhöht bleibe und es in den vergangenen Monaten keine ausreichenden Fortschritte gegeben habe.
Als Ursachen beschreibt das Protokoll mehrere Kräfte. Geopolitische Entwicklungen hätten die Preise für Rohöl und raffinierte Treibstoffe nach oben getrieben. Hinzu kommt der Ausbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz: Er könne die gesamtwirtschaftliche Nachfrage mittelfristig über das Angebot hinaus wachsen lassen und so die Preise antreiben. Die Wirkung früherer Zollerhöhungen ließ dagegen nach. Künftige Entscheidungen sollen von den eingehenden Daten abhängen.
Der Arbeitsmarkt kühlt ab
Seit der Sitzung sind Daten hinzugekommen, die in die andere Richtung weisen. Laut dem Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics (BLS) vom 2. Oktober entstanden im September außerhalb der Landwirtschaft nur 29.000 neue Stellen. Im Durchschnitt der zwölf Monate davor waren es 45.000. Zudem korrigierte das BLS die Vormonate nach unten: Für Juli weist es nun ein Minus von 10.000 Stellen statt eines Plus von 21.000 aus, für August 133.000 statt 162.000. Zusammen sind das 60.000 Stellen weniger als zuvor gemeldet.
Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,2 %, rund 7,1 Millionen Menschen waren ohne Arbeit. Die durchschnittlichen Stundenlöhne in der Privatwirtschaft stiegen um 0,1 % auf 37,81 Dollar und lagen 3,0 % über dem Vorjahr. Neben der PCE-Inflation von 3,8 % wirkt das schwach. Ein genauer Vergleich ist es aber nicht, denn die beiden Zahlen beziehen sich auf verschiedene Monate und Messkonzepte.
Das Dilemma vor der Oktobersitzung
Die Fed ist laut ihrem Auftrag sowohl stabilen Preisen als auch maximaler Beschäftigung verpflichtet. Derzeit ziehen beide Ziele in verschiedene Richtungen: Die hohe Inflation spricht für weitere Zinserhöhungen, der schwache Stellenaufbau eher für Zurückhaltung. Die nächste Sitzung des FOMC ist für den 27. und 28. Oktober 2026 angesetzt, die letzte des Jahres für den 8. und 9. Dezember. Vorher kommen noch die Verbraucherpreise für September. Das BLS hat sie für den 14. Oktober angekündigt; bei Redaktionsschluss lagen sie noch nicht vor.
Auch in Europa steigen die Zinsen wieder. Die EZB hob ihre Leitzinsen am 10. September ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte an, der Einlagesatz liegt seit dem 16. September bei 2,50 %. Sie begründete den Schritt mit dem Inflationsdruck aus dem Konflikt im Nahen Osten. Wie die Fed grundsätzlich arbeitet, erklärt der Beitrag US-Notenbank Fed: Leitzins erklärt.
Quellen
- Fed-Pressemitteilung zur Veröffentlichung des FOMC-Protokolls (07.10.2026)
- FOMC-Protokoll: Minutes of the Federal Open Market Committee, September 15-16, 2026
- Erklärung des Offenmarktausschusses vom 16.09.2026
- Sitzungskalender des FOMC 2026
- U.S. Bureau of Labor Statistics: The Employment Situation, September 2026 (02.10.2026)
- BLS-Terminplan: Veröffentlichungstermine Verbraucherpreisindex
- NBC News via AOL: Fed raises interest rates for first time since 2023 (16.09.2026)
- EZB: Geldpolitische Beschlüsse vom 10.09.2026
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.