Finanzen

Zeitplan der EZB: Vom Pilotprojekt zur möglichen Einführung 2029

Veröffentlicht im Oktober 2026

Die Europäische Zentralbank bereitet den digitalen Euro seit 2020 vor und will 2029 für eine mögliche erste Ausgabe bereit sein. Der Zeitplan hängt aber an einer Bedingung, die sie nicht selbst erfüllen kann: Die EU muss die Verordnung zum digitalen Euro im Jahr 2026 verabschieden. Stand: Oktober 2026.

Von der Untersuchung zur nächsten Projektphase

Auf ihrer Seite zum Projektfortschritt zeichnet die EZB den Weg nach. Im Oktober 2020 erschien ein erster Bericht zum digitalen Euro, im Juli 2021 startete der EZB-Rat das Projekt. Von Oktober 2021 bis Oktober 2023 lief eine Untersuchungsphase, danach bis Oktober 2025 eine Vorbereitungsphase mit Fortschrittsberichten im Juni 2024, im Dezember 2024 und im Juli 2025. In dieser Zeit entstand der Entwurf des Regelwerks, Anbieter für die Plattform wurden über Ausschreibungen ausgewählt, und mehr als 70 Banken, Hochschulen, Fintechs, Händler und andere Zahlungsdienstleister arbeiteten an einer Innovationsplattform mit.

Ende Oktober 2025 beschloss der EZB-Rat, in die nächste Phase zu gehen. In der Pressemitteilung vom 30. Oktober hieß es, ein Pilot könne Mitte 2027 beginnen, wenn die Gesetzgeber die Verordnung im Laufe des Jahres 2026 annehmen; für eine erste Ausgabe solle das Eurosystem 2029 bereit sein. Die Entwicklungskosten bis dahin schätzt die EZB auf rund 1,3 Milliarden Euro, davon etwa 265 Millionen Euro für externe Leistungen. Ab 2029 rechnet sie mit Betriebskosten von rund 320 Millionen Euro im Jahr, die sie durch Einnahmen aus der Geldausgabe gedeckt sieht.

Der Pilot: Zahlungsdienstleister, Zentralbank-Beschäftigte, Händler

Inzwischen ist der Pilot genauer beschrieben. Er soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen und zwölf Monate dauern. Getestet wird eine Beta-Version des digitalen Euro in Alltagssituationen, etwa beim Bezahlen im Geschäft oder zwischen Personen. Auf einen Aufruf vom März 2026 bewarben sich mehr als 50 Zahlungsdienstleister. Am 14. Juli 2026 gab die EZB bekannt, dass sie 36 Banken und andere Anbieter aus dem Euroraum ausgewählt hat. Dazu kommen Beschäftigte der EZB und von 19 nationalen Zentralbanken, die den digitalen Euro zum Beispiel in der Kantine nutzen sollen, sowie ausgewählte Händler. Am 15. September 2026 rief die EZB Online- und Mobile-Händler zur Teilnahme auf; Bewerbungsschluss ist der 27. Oktober 2026, 17 Uhr MEZ. Am 28. September folgte ein neuer Aufruf für Aktivitäten der Innovationsplattform.

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz sagte der FAZ im Juli 2026, Endverbraucher könnten am Piloten nicht teilnehmen, nur Beschäftigte der Zentralbanken. Werde die Rechtsgrundlage wie erwartet bis Jahresende verabschiedet, komme der digitale Euro in drei Jahren, also 2029. Für die Einführung brachte er aufgeladene Karten ins Gespräch, ähnlich den Starterkits bei der Euro-Bargeldeinführung, betonte aber, das sei noch nicht entschieden.

Was den Zeitplan verschieben könnte

Die Reihenfolge steht fest: Erst wenn die Verordnung verabschiedet ist, entscheidet der EZB-Rat über eine Ausgabe. Das Parlament verlangt in seiner Position laut Fachberichten zusätzlich eine Einführungsphase von mindestens 24 Monaten nach der Genehmigung; ob das im endgültigen Text steht, ist offen. Der Bankenverband plädierte im Juli 2026 dafür, die Einführung schrittweise umzusetzen, damit Eurosystem und Banken Risiken begrenzen können. 2029 ist damit eine Zielmarke, kein Beschluss. Verzögert sich die Gesetzgebung über 2026 hinaus, dürfte sich nach der Logik der EZB auch die Ausgabe verschieben.

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Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.

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