Wirtschaft

Inflation im September 2026: Heizöl und Sprit treiben Rate auf 3,3 %

Veröffentlicht im Oktober 2026

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im September 2026 um 3,3 % über dem Vorjahresmonat. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat den Wert am 13. Oktober mit den endgültigen Zahlen bestätigt, nachdem die Schnellschätzung vom 30. September bereits 3,3 % ergeben hatte. Stand: Oktober 2026.

Höher war die Rate zuletzt im Dezember 2023. Im August hatte sie noch bei 2,9 % gelegen, und allein von August auf September stiegen die Preise um 0,6 %. Der europäisch harmonisierte Index HVPI kommt für Deutschland ebenfalls auf 3,3 %. Worin sich die beiden Messgrößen unterscheiden, erklärt der Beitrag Inflation verstehen: VPI und HVPI.

Heizöl und Sprit, nicht Strom und Gas

Fast der gesamte Anstieg kommt aus dem Energiebereich. Energieprodukte kosteten 14,9 % mehr als ein Jahr zuvor; im August lag dieser Wert noch bei 10,5 %. Innerhalb der Gruppe gehen die Preise allerdings weit auseinander. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 74,9 %, Kraftstoffe um 37,1 % und Brennholz samt Holzpellets um 15,6 %. Strom dagegen war 5,5 % billiger als im September 2025, Erdgas 2,8 % und Fernwärme 1,0 %.

Destatis-Präsidentin Ruth Brand nannte die Energiepreise als Grund für den neuen Jahreshöchststand. Schon für August hatte das Amt die Verteuerung von Energie mit dem Iran-Krieg in Verbindung gebracht. Auch die Europäische Zentralbank sieht im Konflikt im Nahen Osten eine Quelle von Preisdruck. Die EU-Kommission meldete am 2. Oktober, die Dieselversorgung in der EU sei vorerst stabil, die Preise blieben wegen des knappen Weltmarkts aber hoch.

Ohne Energie bleibt das Bild ruhig

Rechnet man Energie und Nahrungsmittel heraus, lag die Teuerung im September bei 2,4 %, so wie seit Juli. In den Daten ist also bisher nicht zu sehen, dass der Energieschub auf die übrigen Preise übergreift.

Nahrungsmittel kosteten insgesamt nur 0,4 % mehr. Dahinter stecken gegenläufige Bewegungen: Eier wurden um 15,2 % teurer und frisches Gemüse um 12,0 %. Butter war dagegen 29,5 % billiger, Molkereiprodukte 5,5 % und frisches Obst 4,9 %.

Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 %. Deutlich darüber lagen soziale Dienstleistungen mit 6,3 %, Wartung und Reparatur von Fahrzeugen mit 4,7 % sowie Friseurleistungen und Körperpflege mit 4,3 %. Die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 %. Waren kosteten insgesamt 3,8 % mehr, Verbrauchsgüter, zu denen Kraftstoffe und Lebensmittel gehören, sogar 5,4 %.

Was sich im Oktober ändert

Eine politische Entscheidung fehlt in den Septemberdaten noch. Bundestag und Bundesrat haben am 25. September 2026 die Energiesteuer auf Benzin und Diesel befristet gesenkt, und zwar um 14,04 Cent je Liter vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026. Weil auch die Umsatzsteuer auf den niedrigeren Betrag fällt, ergibt sich laut Bundestag eine Entlastung von bis zu rund 17 Cent brutto je Liter. Die Steuerausfälle beziffert der Bundestag auf knapp 2,49 Milliarden Euro bei der Energiesteuer und 293 Millionen Euro bei der Umsatzsteuer. Ob der Rabatt an den Zapfsäulen voll ankommt, werden erst die Oktoberdaten zeigen.

Im Euroraum war der Preisauftrieb im September stärker als in Deutschland. Eurostat schätzte die Inflationsrate der 21 Euro-Länder vorläufig auf 3,8 % nach 3,2 % im August; Energie verteuerte sich dort um 18,8 %. Die vollständigen Zahlen folgen am 16. Oktober. Die EZB hat bereits reagiert und ihre Leitzinsen am 10. September um 0,25 Prozentpunkte angehoben, der Einlagesatz liegt seit dem 16. September bei 2,50 %. Wie dieser Hebel wirkt, beschreibt der Beitrag Wie die EZB mit dem Leitzins arbeitet.

Für Haushalte heißt das: Wer mit Heizöl heizt oder viel Auto fährt, spürt die Teuerung deutlich stärker, als der Durchschnitt von 3,3 % vermuten lässt. Wer mit Strom oder Gas heizt, zahlt für diese Energie dagegen weniger als vor einem Jahr.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen nach den genannten Quellen, Stand siehe Datum.

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